joklagi

Jochen's Leben als alternder Womohippie

Deutschland und CoronađŸ€šđŸ€”

Oh NEIN, sind wir wirklich jetzt schon wieder soweit?
Uns gegenseitig auszuspionieren und öffentlich zu denunzieren …đŸ€ź
So ein Deutschland will ich nicht!!

https://www.essen.de/formular/ordnungsamt/coronaschutzverordnung__melden_eines_verstosses.de.html

Dazu noch ne passende ungeheuerliche ÜBERWACHUNGS-Tatsache:
Freund reist mit Wohnmobil von Spanien ĂŒber Frankreich nach Deutschland zurĂŒck und wird nach 2 Tagen vom Gesundheitsamt kontaktiert, er mĂŒsse dringend in QuarantĂ€ne, da er ja gerade von Spanien und Frankreich eingereist sei. Belegt durch genaue Daten seiner jeweiligen GrenzĂŒbertritte in Europa! đŸ€ą
d.h. Überwachungsstaat Deutschland holt sich Bewegungsdaten auch aus anderen LĂ€ndern…

Martin Graf
Denunzianten gesucht!
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Man sollte glauben, nach vielen Jahren in zwei Diktaturen hĂ€tten die Deutschen die Nase voll von Denunziantentum. Die RealitĂ€t belehrt uns eines Besseren: 75 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus und 31 Jahre nach der „Wende“ richten deutsche Behörden wieder Stabsstellen zur Entgegennahme von „Meldungen“ ein. Die nachfolgende Geschichte spielt nicht 1938 und nicht 1970, sondern 2020. Nicht im Nazi-Berlin und nicht im SED-Dresden, sondern in Essen. Das war einmal eine Industriestadt im „freien Westen“.
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AnlĂ€sslich der Corona-Hysterie sollen BĂŒrger sich jetzt (wieder) gegenseitig bespitzeln und anzeigen – ganz modern und anonym per Internet: Das „Melden eines Verstoßes gegen die Coronaschutz-Verordnung (Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2)“ erfolgt per Online-Formular auf der Internet-PrĂ€senz der Stadt Essen. Unter der URL
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https://www.essen.de/formular/ordnungsamt/coronaschutzverordnung__melden_eines_verstosses.de.html?fbclid=IwAR1TyQJ5IYqrxkVXdy-yOuIbFCBphWUPxgkmAI7BG_DnzeNQrsgrfE_dqp8
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soll der brave, mitteilungswillige Untertan und Hilfspolizist der Behörde detailliert seine Beobachtungen darlegen. Mögliche Verstösse sind bereits vorgegeben; eigene ErgĂ€nzungen und das Hochladen von Fotos sind ebenfalls ausdrĂŒcklich erwĂŒnscht. Datenschutz? Persönlichkeitsrechte? Wo kommen wir denn hin, wenn deutsche Behörden auf solche Peanuts achten sollen! (By the way: Es wird interessant sein, ob und wie solche „Informationen“ und Fotos spĂ€ter in allfĂ€lligen Gerichtsverfahren als „Beweismittel“ verwendet werden sollen).
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Optional könnte der Anzeigeerstatter sogar seine Personalien angeben; es ist allerdings davon auszugehen, dass – wie die Geschichte lehrt – die Denunzianten in der Regel vor allem riesengrosse Feiglinge sind. Nicht dass da wieder irgendwer IM-Akten anlegt

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Was wird die Folge sein? Menschen werden sich noch mehr misstrauen als ohnehin schon. Die Zukurzgekommenen und RachsĂŒchtigen unseres Landes bekommen eine BĂŒhne fĂŒr ihre niederen Instinkte, anderen zu schaden. An den gehypten „Neuinfektionen“ wird sich auch durch die neuen „Volksverpetzer“ nichts Ă€ndern – aber vielleicht kann man so wenigstens ein paar Bussgelder fĂŒr die leeren öffentlichen Kassen generieren. Und natĂŒrlich befeuert man damit die allgemeine Hysterie: Wenn man jetzt schon auf den Internet-Seiten des Ordnungsamtes Verstösse melden soll, MUSS es ja wirklich schlimm sein mit diesem Corona.
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Den Oscar-prĂ€miierten Film „Das Leben der Anderen“ fanden wir 2006 im Kino alle ganz toll. 2020 finden viele von uns es toll, selbst mitzuspielen.

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